Auch vorsortierte kleine Schrottteile können brennen ...
FW-HL: Tageszusammenfassung: Großfeuer Lübeck-Kücknitz/Herrenwyk
19.08.2010 | 08:59 Uhr
Großfeuer Lübeck-Kücknitz/Herrenwyk Lübeck (ots) - Die Feuerwehr Lübeck wurde
heute Morgen um 3:45 Uhr zu einem Brand auf einem Schrottplatz in
Lübeck-Herrenwyk gerufen. Bei der Ankunft brannte ein 10m hoher
Schrotthaufen mit einer Fläche von 40m x 40m in voller Ausdehnung. Die
Feuerwehr riegelte den brennenden Schrotthaufen zunächst mit vier
Wenderohren (B-Rohre über Drehleitern) und fünf C-Rohren mit Wasser ab,
um die umliegenden Gebäude und einen Tankstelle zu schützen. Ein
massiver Schaummitteleinsatz wurde zunächst vorbereitet, dann aber nicht
durchgeführt, da zu erwarten war, dass durch die hohen Temperaturen der
mit brennenden Leichtmetalle und die Schichtung des Schrottbergs ein
Schaumeinsatz nicht zu einem Löscherfolg führen, sondern die weiteren
Maßnahmen eher erschweren würde.
Stattdessen wurde der Schrottberg weiter gekühlt und parallel damit
begonnen, ihn mit Baggern abzutragen und kleinteilig abzulöschen. Diese
Maßnahme zeigte guten Löscherfolg, gestaltete sich aber sehr langwierig.
Lübecks Innensenator Bernd Möller verschaffte sich vom Morgen an den
ganzen Tag über einen Überblick über die Lage vor Ort.
Wegen der starken Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung der betroffenen
Stadtteile aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten und den
Aufenthalt im Freien zu vermeiden. Obwohl sowohl über den Rundfunk,
durch Steifenwagen der Polizei als auch durch Lautsprecherwagen der
Feuerwehr umfangreich gewarnt wurde, ist nicht auszuschließen, dass
nicht alle betroffenen Bürger rechtzeitig erreicht wurden. Innensenator
Möller bat hierfür um Verständnis.
Um Erkenntnisse über Inhaltsstoffe der Rauchgase zu erhalten, forderte
die Feuerwehr Spezialisten der Feuerwehr Hamburg mit speziellen
Messgeräten an, die nur dort und an drei anderen Standorten in
Deutschland vorgehalten werden. In der Rauchgaswolke unmittelbar über
der Einsatzstelle wurden Schadstoffe ermittelt, die üblicherweise bei
derartigen Bränden entstehen, die jedoch an weiteren Messellen im
Wohngebiet Kücknitz nicht mehr nachweisbar waren. Genauere Ergebnisse
werden erst am Donnerstag vorliegen. Außerdem entnahm die Feuerwehr
Proben aus dem Löschwasser, die einer Analyse durch ein Lübecker Labor
zugeführt wurden, um Aussagen zu Beeinträchtigungen des Abwassers zu
erhalten. Ergebnisse hierzu werden ebenfalls erst in den nächsten Tagen
vorliegen.
Der hohe Wassereinsatz von bis zu 8000 Litern pro Minute wurde über
mehrere parallele Schlauchleitungen durch das Lübecker Löschboot von der
Trave her sichergestellt.
Insgesamt waren bis zu 140 Einsatzkräfte vor Ort. Eingesetzt waren die
Berufsfeuerwehr Lübeck, -z.T. nacheinander zur Ablösung- nahezu alle
Freiwilligen Feuerwehren Lübecks, das DRK, die JUH und das THW sowie
Sonderfahrzeug von Feuerwehren aus Ostholstein und Hamburg.
Um die Menge des Löschwassers und damit mögliche Probleme für die
Kläranlage zu begrenzen, errichtete die Feuerwehr mit Unterstützung des
THW eine "Recyclinganlage" für Löschwasser, indem das aus dem
Schrottberg herauslaufende Wasser aufgefangen und erneut als Löschwasser
verwendet wurde.
Erst um 21:15 Uhr konnte "Brand unter Kontrolle" gemeldet werden. Der
Einsatz wird sich voraussichtlich noch bis zum Donnerstagnachmittag
hinziehen.