Schrottplatz
Historie
Am 18. Dezember 2007 wurde die IG Hafenlärm überrascht durch die
Bekanntmachung des Schrottplatzprojektes der Fa RTB im Hafenareal
Birsfelden. Einsprache gegen dieses Projekt musste bis zum 14.
Januar 2008 erfolgen – eine Zeit also, in der kaum ein
Sachverständiger oder Jurist bei zu ziehen war.
Die zugrunde liegende
Umwelt-Verträglichkeits-Prüfung (UVP) (PDF 270KB) und das
Lärmgutachten (PDF 7MB) wurde erstellt vom Planungsbüro
Aegerter und Bossardt, Basel – welches gleichzeitig das Baugesuch in
Liestal gestellt hat. Es ist insofern nicht verwunderlich, dass das Gutachten insgesamt zu einem
positiven Votum für den Bauantrag gelangt.
Das Gutachten kennzeichnet sich durch eklatante Missachtung der
Standort-Situation, der in Deutschland geltenden
Immissionsschutzgrenzen, ignoriert die bereits bestehende
Lärm-Verseuchung und schönt die Berechnungsfaktoren zugunsten der
Gesuchsteller.
Die wesentlichen Mängel des Gutachtens sind (als kurze Übersicht):
- Ignoranz der geographischen Lärmausbreitung am Hang (Hornfelsen)
- Anwendung zu niedriger Korrekturfaktoren für Schall-Impulse bei Schrott-Be- und Entladung
- Anwendung zu niedriger Korrekturfaktoren für den Ton-Gehalt der eingesetzten Maschinen
- Ansatz zu niedriger Lärmschutzwände (6m anstelle 8m, wie ursprünglich gefordert), da höhere Wände den technischen Entladeablauf behindern
- Annahme einer Fall-Höhe des Schrotts von weniger als 1m bei der Entladung
- Fehlende Beachtung der Metallschrott Kipp-Entladung von Lastwagen
- Ignoranz des reinen Wohngebiets-Charakters auf benachbarter deutscher Seite
Etliche Berechnungsfehler müssen in einem Gegengutachten ausgehebelt
werden; dennoch fürchtet die IG Hafenlärm, wegen der Zeit-Knappheit
kurzerhand vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Immerhin konnten wir
fristgerecht in Liestal 213 Einsprachen zum Bauprojekt einreichen
(2008-01-12
Uebergabe der Einsprachen BL).
Das Schrottplatz-Projekt wurde bereits im Jahr 2006 für den Hafen
Kleinhüningen von der Firma Schrott-Wetzel (Muttergesellschaft der
Betreibergesellschaft des Schrottplatzes Birsfelden: RTB AG)
eingereicht aber noch während des laufenden Verfahrens
zurückgezogen, parallel zur Planung der Hafenverlegung. Die Gründe
sind nicht offengelegt, aber prinzipiell leicht zu erahnen: wer will
schon einen Schrottplatz in der Stadt?
Politische Initiativen
- Die Problematik wurde etlichen Politikern in CH und D brieflich bekannt gemacht, etliche Antworten unterschiedlicher Tiefe und
Tendenz sind bei der IG Hafenlärm eingegangen.
- Im Eurodistrict-Rat wurde im Januar 2008 über die Deutsche
Kommission ein Antrag eingebracht, nach dem in den kommenden
Jahren sog. Lärmkarten jeweils 300m entlang der Grenzen bzw der
Rheinufer erstellt werden, um aktiven Immissionsschutz zu
ermöglichen.
- Ausserdem wurde gleichzeitig eine zeitbefristete
Petition an den Vorstand des Eurodistricts Basel
eingereicht.
- Das Anliegen wird von der IG Hafenlärm im Februar 2008 sowohl
bei Dr. Guy Morin, Regierungspräsident Basel Stadt, als auch bei
der Landrätlichen Petitionskommission in Basel-Land vorgebracht.
Gefahren des Schrottplatz-Projektes
In den letzten Jahren mehren sich Grossbrände mit
Katastrophen-Charakter in Metall-Recycling Anlagen. Ursachen sind:
- Rest-Verunreinigung mit entflammbaren Materialien
- Öl – und Benzinverschmutzung
- Leicht entflammbare Metalle und Metallstäube (Aluminium, Magnesium, Eisenstaub…)
- Sommerhitze, Spiegelungen und Brennglaswirkung
Meist allerdings ist die Ursache später nicht klärbar.
IN BIRSFELDEN SOLL DIE SCHROTT-ANLAGE NEBEN GROSSE TANKLAGER FÜR ÖL
UND FLÜSSIGE BRENNSTOFFE GEBAUT WERDEN !!!
Für
weitere Auskünfte siehe folgende LINKS:
BRAND-KATASTROPHEN IN SCHROTT-RECYCLING ANLAGEN (Auswahl)